Marketing für Webdesigner

Drei Fragen, die helfen, effektiv vorzugehen

In einem Internetforum habe ich mir neulich ein LOL eingefangen, weil ich das Stichwort „Marketing für Webdesigner“ erwähnt habe. Ein Witz war nicht in der Nähe, daher weiß ich nicht genau, warum die Person lachte. Ich habe mir die Mühe nicht gemacht, danach zu fragen.

Aber die drei Buchstaben haben mir etwas verdeutlicht: Marketing wird häufig nicht Ernst genommen. Vielfach hat der Begriff „Marketing“ sogar einen negativen Beigeschmack. Unter Softwareentwicklern gelten die Marketing-Leute oft als ahnungslose Großmäuler, die alles maßlos übertreiben, um nicht zu sagen, lügen bis sich die Balken biegen. Ich habe früher selbst teilweise ein solches Vorurteil gehabt. Und solche Leute gibt es auch. Mittlerweile habe ich meine Sicht aber geändert. Marketing ist harte Arbeit. Groß rumlabern hilft bestenfalls kurzfristig.

Die Frage ist vielleicht eher, was Marketing im Falle von Webdesignern oder anderen Kleinunternehmen überhaupt ist. Nach meinem Verständnis trifft das deutsche Wort Vermarktung den Kern der Sache relativ gut. Vermarkten ist mehr als verkaufen. Im Prinzip muss man sich drei Fragen stellen:

  1. Wer will haben, was ich biete bzw. wen will ich bedienen?
  2. Wie kann ich diese Interessenten erreichen?
  3. Wie bringe ich die Interessenten dazu, mein Angebot zu wählen?

Die Festlegung der Zielgruppe wirkt sich stark auf das Potenzial bezüglich Auftragsvolumen und Budgets aus.  Zusätzlich kann man in einer spezifischen Zielgruppe (z.B. Gastronomie) seine potenziellen Kunden sehr gezielt ansprechen, z.B. in entsprechenden Magazinen oder Foren, auf Fachmessen etc. Dies hilft bei der Beantwortung von Frage 2.

Nach einigen Aufträgen aus einer bestimmten Branche kann man Branchenkenntnisse und relevante Referenzen vorweisen. Außerdem funktioniert Mund-zu-Mund-Propaganda innerhalb einer Branche wesentlich besser als branchenübergreifend. Man kennt sich innerhalb einer Branche und tauscht sich aus oder beobachtet sich gegenseitig. Ein solcher Ruf ist ein Vorteil Ihres Angebots/Portfolios gegenüber dem Wettbewerb und ist schon eine richtige Antwort auf Frage 3.

Eine einzelne Branche dürfte in den wenigsten Fällen für ein gesundes Auftragsvolumen ausreichen. Wenn man sich aber an alle wendet, die Webdesign-Leistungen benötigen, verliert man die oben genannten Vorteile. Sinnvoller ist es daher, sich seine Zielgruppe aus mehreren Branchen oder anhand anderer Kriterien ausreichend groß zu schneiden und die einzelnen Segmente dann gezielt anzusprechen.

Wie gehen Sie vor bei der Vermarktung von Webdesign? Wir freuen uns, wenn Sie uns an Ihren Erfahrungen in den Kommentaren teilhaben lassen.

 

Till

Till Otto ist der Gründer von Grip und seit über 10 Jahren als Softwareentwickler und Berater selbständig.

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